Um komplexes oder nebenläufiges Verhalten realisieren zu können, kann ein State Compartments enthalten, die
ihrerseits wiederum Statechart-Elemente enthalten können. Vereinfacht gesagt ist ein Compartment ein kleines
Statechart innerhalb eines Zustands. Dieser Vergleich ist nicht ganz zutreffend, da Transitionen auch über
Compartmentgrenzen hinweg gehen können.
Es ist also möglich, mithilfe eines Compartments Zustände zu schachteln. Ein Zustand, der andere Zustände enthält, nennt man Vaterzustand. Die enthaltenen Zustände bezeichnet man als Kindzustände. Ein beschriebenes Verhalten kann also durch das Hinzufügen von Kindzuständen verfeinert werden. Der Vaterzustand repräsentiert dann eine Menge von Zuständen auf höherer Abstraktionsebene. Wenn ein State ein Compartment mit Kindzuständen enthält, spricht man auch von einem komplexen Zustand.
Enthält ein Zustand mehrere Compartments, so wird dadurch nebenläufiges Verhalten modelliert. Beim Betreten eines solchen Zustands werden alle seine Compartments gleichzeitig betreten. Diese sind dann solange parallel aktiv, bis der Zustand wieder verlassen wird. So kann es vorkommen, dass bei einem ausgelösten Ereignis (Signal) mehrere Transitionen in unterschiedlichen Compartments gleichzeitig schalten.
D. Hannwacker - A. Gebel - M. Dürksen 