Eine Interpretierung des Modells zur Laufzeit hat den Vorteil, dass in einem gewissen Rahmen Änderungen an dem Modell der GUI durchgeführt werden können, die sich dann direkt auf die simulierte GUI auswirken. Dieses Verfahren, was dem des hot-code-replacement entspricht, erlauben wir in GuiBuilder in einem gesonderten Modus.
Ereignisse, die durch Interaktionen mit GUI-Elementen entstehen und im zugehörigen Statechart Zustandsübergänge auslösen können, werden durch sogenannte Signale modelliert. Ein Signal besteht im Moment nur aus einem einfachen String, der das Signal identifiziert. Weitere Informationen, wie zum Beispiel Parameter, können als Erweiterungsmöglichkeiten in zukünftigen Versionen hinzukommen. Signale werden außerdem zu Ausgabezwecken verwendet. Schaltet eine Transition oder wird ein Zustand betreten oder verlassen, so werden die Ausgabesignale, die für diese Vorfälle im Statechart angegeben sind, abgesetzt.
Beliebige Werkzeuge (Tools) bzw. Plug-ins unter Eclipse können sich mit dem Simulator verbinden und werden so über Zustandsänderungen oder die abgesetzten Ausgabesignale informiert. Diese Tools können dann die Signale mit einer beliebigen Aktion assoziieren und diese ausführen. Auf diese Art und Weise lässt sich mit der modellierten GUI in der Simulation tatsächlich eine Applikation steuern.
Außerdem können externe Tools Signale als Ereignisse an die Simulation schicken und somit Zustandsänderungen der GUI auslösen. Dadurch kann auf Vorgänge innerhalb der durch die GUI gesteuerten Anwendung oder des Gerätes reagiert werden, welche Änderungen an der GUI notwendig machen.
Während eine Simulation läuft, wird im Statechart der geöffneten Modellierungsansicht Feedback über den aktuellen Zustand des simulierten GUI-Modells gegeben (Abb. 3.8). So lässt sich unmittelbar die Korrektheit und Tauglichkeit der entworfenen Benutzungsschnittstelle überprüfen. Eine eventuelle Fehlersuche wird durch dieses Feedback erleichtert und unterstützt.
D. Hannwacker - A. Gebel - M. Dürksen 