6. Zusammenfassung und Ausblick

Wir haben gezeigt, wie sich GUIs mithilfe von Statecharts und Layouts modellieren lassen und welche wesentlichen Konzepte bei der Entwicklung und Implementierung von GuiBuilder Anwendung fanden. GuiBuilder ist ein Editor geworden, mit dem sich GUI-Modelle leicht und bequem erstellen und bearbeiten lassen. Um sich über die vielen Features von GuiBuilder zu informieren, empfehlen wir an dieser Stelle nochmals ausdrücklich die Lektüre des Handbuchs [HGD05].

Einige interessante Aspekte wurden in dieser Version des Modells und des Editors allerdings noch nicht berücksichtigt. Im Moment wird noch keinerlei Zeitverhalten modelliert bzw. unterstützt. Dieses wird umso dringender benötigt, je stärker man in Richtung Multimedia erweitert, da dort zeitbehaftete Prozesse eine entscheidende Rolle spielen. Außerdem werden im Statechart noch keine Guards unterstützt. Das heisst, dass Zustandsübergänge unter keinerlei Bedingungen gestellt werden können, sondern Transitionen bei einem entsprechend auftretenden Ereignis sofort schalten.

Wertänderungen an Eigenschaften von geerbten GUI-Elementen sollen zudem nicht nur in absoluter Form angegeben werden können, sondern auch in relativer Form möglich sein. Diese Erweiterung würde es zum Beispiel ermöglichen, GUI-Elemente relativ zu ihrer ursprünglichen Position zu platzieren. Wird die Originalposition also nachträglich verändert, so hat dies selbst auf die modifizierten Versionen des GUI-Elements entsprechende Auswirkungen. Besonders die schrittweise relative Modifizierung in einer Kette von in einander geschachtelten Zuständen eines GUI-Elements könnte, zum Beispiel für Animationen, von Interesse sein.

Die Funktionalität des Editors wird sich ebenfalls in zukünftigen Versionen noch erweitern. So wird es möglich sein, Elemente in feste Gruppen zusammenzufassen und diese dann gemeinsam zu editieren. Desweiteren ist ein zusätzliches Fenster mit Informationen über das Layout sinnvoll, welches gerade bearbeitet wird, in dem alle Änderungen aufgelistet sind, die an geerbten GUI-Elementen in diesem Layout vorgenommen wurden. Im Moment geht dies nur, wenn man die geerbten GUI-Elemente selektiert und die Reset-Funktion auf Ihnen aufruft. Dann wird einem ein Dialog mit der Liste der geänderten Eigenschaften angezeigt. Es ist jedoch besser, diese auf einen Blick präsentiert zu bekommen, so behält man leichter den Überblick und kann bequemer unerwünschte Änderungen wieder entfernen.

Der Simulator wird durch ein Log- und Replay-Modul für Simulationen erweitert werden. Die aufgezeichneten Protokolle können dann abgespeichert und zu einem beliebigen Zeitpunkt wiedergegeben werden. Außerdem wird es möglich sein, mit GuiBuilder erstellte .gui-Dateien mithilfe einer separaten Runtime-Engine auszuführen bzw. zu simulieren. So kann schnell und einfach durch ein sehr kleines Programm die erstellte GUI präsentiert werden, ohne dass dazu eine Entwicklungsumgebung wie Eclipse und der GuiBuilder notwendig wären.

In seiner zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Dokumentation aktuellen Version 1.0 ist GuiBuilder bereits ein Werkzeug mit großem Funktionsumfang, das sich durch seine Benutzerfreundlichkeit und seine inituitive Bedienbarkeit auszeichnet, ohne dass die Stabilität darunter leiden muß, was nicht zuletzt an der guten Konzeptionierung des Projekts lag. Wie bereits erwähnt gibt es natürlich noch viele Möglichkeiten, den Funktionsumfang von GuiBuilder zu erweitern. Dieses Unterfangen sollte aufgrund der klaren Strukturierung des Programms aber wenig Probleme bereiten, zumal eine vollständige API-Dokumentation für GuiBuilder erstellt wurde. Halten Sie also regelmäßig nach neu verfügbaren Updates Ausschau.






 
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i3D. Hannwacker - A. Gebel - M. Dürksen